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Wohliger Tag mit italienischem Trockenfutter

Gestern bin ich überhaupt nicht dazu gekommen, etwas zu schreiben, und ich habe auch nichts gekocht. Ich hatte ja am Donnerstag von meiner Saulaune berichtet. Gegen Abend wurde ich dann so müde, dass ich beinahe gleichzeitig mit meinem kleinen Sohn ins Bett gegangen bin, allerdings morgens um halb sieben merkte, dass ich immer noch müde wieder aufstand. Irgendwie ging mir die ganze Sache auf der Arbeit doch recht arg an die Nieren. Ich bin gespannt, wie lange ich das noch aushalte.

Freitag habe ich dann auch wieder einen recht "ärgerlichen" Tag am Schreibtisch zugebracht, aber die Aussicht auf einen Feierabend mit Wochenende half mir durch den Tag.

Mein Mann hatte sich abends zu einem "Herrenabend mit Grünkohl" verabschiedet. Das ist hier bei uns so eine eigentümliche Tradition. Ein ziemliches Gelage von Herren (Damen nicht zugelassen), die sich mit Bier und Grünkohl abfüllen. Ja, man fragt sich, was der Sinn und Zweck des ganzen ist ... es geht auf irgendwelche alten preußischen Riten zurück und muss wohl sein. Mein Mann jedenfalls geht vor allem wegen des Grünkohls hin, sagt er. ;-)

Ergo waren Sohn und ich allein daheim und entschieden uns für einen "Abend mit Niggeligkeiten" – so nennen wir das, wenn wir es uns mit einem schönen Baguette, Kräuterbutter, Oliven, Räucherlachs, Käse und ein bisschen Wurst (Salami oder sowas) vor dem Fernseher gemütlich machen und einfach "niggeln" und irgendeinen schönen Film gucken. Wir haben "Dem Himmel so nah" angeschaut und ich war erstaunt, dass mein Sohn den Film nicht langweilig fand und bis zum Ende durchgehalten hat. *seufz* Was für eine herrliche Schnulze und Anthony Quinn in der Rolle des alten Opa auf dem Weingut … einfach genial!

Seit gestern Abend geht es mir also wieder deutlich besser ... merkt man auch daran, dass ich wieder Lust habe, mein kleines bescheidenes Leben hier virtuell zu Papier zu bringen. Und heute früh hatte ich entsprechend auch wieder Elan mich an meine Kocherei zu machen.

Als es dann auch noch anfing zu schneien und die Welt sich in eine traumhaft schöne Zuckerwattewelt verwandelte, die alles um mich her entschleunigte, fühlte ich mich neben meinem Kamin mit einem leckeren Kaffee einfach wieder rundum wohl.

Am Nachmittag dann noch ein kleiner Schreck … ein Baum an der Straße, in der wir wohnen krachte angesichts der Schneelast um und es galt die Straße frei zu räumen. Herrliche Schneeluft und ein schönes Gefühl, den knirschenden Schnee unter den Füßen zu spüren. Blöde Arbeit vergessen … na ja, fast! Einfach mal zufrieden sein.

Abends sollte es dann eine klassische Lasagne geben. Dafür hatten meine Männer, die heute mal wieder einkaufen waren, auch tatsächlich alles bekommen … Glück gehabt! Eigentlich wollte ich auch einen Nachtisch machen … Bayrisch Creme … aber mangels des Vanillelikörs, der nicht zu kriegen war, muss ich das wohl auf ein andermal verschieben.

Nachdem bei Herrn Lafer in seiner Kochschule stand, dass man 2 Stunden für die Zubereitung einer Lasagne braucht, fing ich um fünf an zu kochen. Zuerst die Hackfleischsauce … Zwiebeln in Olivenöl anschwitzen und Rinderhack zugeben. Ich konnte von Glück sagen, dass ich noch ausreichend Olivenöl hatte. Ich hatte mildes ("gentile" … auf Italienisch) Olivenöl auf den Einkaufszettel geschrieben und meinem Mann fiel "Sonne – Olive" in die Hände, welches als mild beschrieben worden war, allerdings eine Mischung aus Sonnenblumen- und Olivenöl darstellte. Ich weiß, er meint es ja gut mit mir. :-) Jedenfalls kam an mein angebratenes Hackfleisch jetzt Tomatenmark und das ganze wurde schön mit Rinderfond abgelöscht. Die entstandene Sauce solange einkochen bis eine sämige Konsistenz entsteht. Oh je, schon wieder einkochen … doch diesmal klappte es! Nach einer Weile war es ein sämiger Hackfleischpamp. Mit Salz, Pfeffer, Petersilie und Thymian abschmecken.

Jetzt die Bechamelsauce. Ich muss gestehen, dass ich bis heute nicht gewußt habe, dass eine Bechamelsauce nichts anderes ist als eine Mehlschwitze mit Milch abgelöscht. Ich habe mal zwei Jahre in Potsdam gelebt und weiß daher, dass man das Ganze im Osten unserer Republik, um einiges weniger prätentiös, "Einbrenne" nennt. EINBRENNE – BECHAMEL ! Man lasse die beiden Begriffe auf sich einwirken und entscheide, welcher Begriff einem appetitlicher erscheint. Egal … Butter in Topf schmelzen, mit Mehl unter rühren anschwitzen und mit Milch ablöschen … immer schön rühren, auch wenn man irgendwann das Gefühl hat, einem fällt gleich der Arm ab. Und wie immer muss Lafer die Sauce einkochen … *seufz*. Also ließ ich meine Bechamelsauce auch die geforderten 20 Min einkochen, würzte (wie verlangt) mit Salz, weißem Pfeffer und Muskat, und richtete dann die Lasagne in der Auflaufform an.

Die Nudeln waren auch diesmal nicht selbstgemacht … das muss ich wieder einmal zugeben. Dazu brauche ich erstmal eine Nudelmaschine und selbst dann werde ich meine Spaghetti nicht selber machen … denn ich bin fest davon überzeugt, dass selbstgemachte Spaghetti nicht viel anders schmecken als die fertigen aus dem Supermarkt. Doch irgendwann steht Nudelteig an … die Ravioli lauern hinter jeder Ecke!

Schichtung der Lafer'schen Lasagne: Nudeln, Hacksauce, ein paar Tropfen der Bechamelsauce, Nudelplatten, Hacksauce … und so weiter, bis die Hacksauce aufgebraucht. Dann kommt die letzte Schicht Nudelplatten und darüber ergießt sich die ganze Pracht der herrlich eingekochten Bechamelsauce. Oben drauf noch eine gehörige Schicht geriebenen Parmesan … und ab damit in den Ofen.

Bezüglich der Angaben für die Zeit im Ofen waren sich sowohl Hersteller der Lasagneplatten als auch Herr Lafer einig, und so vertraute ich Beiden und schaute nach 30 Minuten nach, wie die Lasagne aussah: Ziemlich dunkel und nach Anstechen waren die Platten noch nicht ausreichend durch. Also einen Alufoliendeckel gebastelt, um den Parmesan und die arme Bechamelsauce vor dem sicheren schwarzen Tod zu retten, und dann das Ganze für weitere 10 Minuten in den Ofen.

Derweil saßen wir am Tisch, "niggelten" ein paar Oliven und etwas Baguette und tranken ein Schlückchen Rotwein. Mein Sohn natürlich nicht … der süppelte seine Fanta, die er zur Feier des Lasagne-Tages durfte. Und nach 10 Minuten war es dann so weit, und ich musste feststellen, dass mein Ofen einfach irgendwie anders funktioniert als der von Herrn Lafer …

Beim kurzgebratenen Fleisch oder Fisch musste ich immer etwas länger drin lassen als Herr Lafer, und jetzt war es zu lange drin … beziehungsweise, lange genug, um die Lasagneblätter zu garen, aber viel zu lange für Bechamel und den Parmesan. Davon war nichts mehr übrig. NIX! Aber wirklich GAR NIX! Und so machten wir uns heute Abend daran, die wohl trockenste Lasagne zu futtern, die ich selbst je gekocht und auch sonst irgendwo kredenzt bekommen hatte.

Also … lieber Herr Lafer … ich würde die Saucen nicht so ewig lange einkochen, und dafür die Flüssigkeit an den Nudeln nutzen, damit das alles schön "schlotzig" wird. Aber vielleicht mögen Sie ja ihre Lasagne eher "trocken". Bin schon gespannt auf Ihre Bayrisch Creme …

16.1.16 20:02

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